Arteriosklerose
Welche Untersuchungen wofür?

Tabelle 4. gibt einen Anhaltspunkt dafür, welche Gen-Variationen vorrangig bei welcher Indikation untersucht werden sollten

Indikation Gentest
Dyslipidämie ApoE
ApoBXbaI
Drastische Hypercholesterinämie
ApoB3500
Homocysteinämie
Neigung zu Fehlgeburten
MTHFR
Thrombose-Neigung
familiäre Dickleibigkeit
Gerinnungsfaktor II
Faktor V
PAI-1
Generelle Veranlagung zu chronisch entzündlichen Erkrankungen
Vergiftungssymptomatiken
Verdauungsprobleme
Erschöpfung
SOD2Leadersequenz
IL-6
GST-Enzyme
ggf. Multiple Drug Resistance (MDR1)
(s. weiteres Laborprogramm)

Je nach genetischem Befund können gezielte Maßnahmen sowohl in der Vorsorge als auch in der Therapie eingeleitet werden. Dabei spielt die Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren sowie eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C usw. eine entscheidende Rolle. Je nach akutem Zustand des Patienten können verschiedene Therapien, die sich in der Praxis bewährt haben, angewendet werden. Auf mögliche therapeutische Maßnahmen geht der Laborbefund ein.

Solche genetische Untersuchungen werden in einem Speziallabor unter ärztlicher Anleitung durchgeführt. Die Kosten werden in Deutschland gewöhnlich von den privaten Kranken-versicherern übernommen. Die Befunde beinhalten eine genaue Auswertung der Testungen mit Literaturzitaten zu den relevanten Mutationsstellen, Auflistung der Risiken sowie eine Empfehlung zur Therapie und Prophylaxe für den behandelnden Arzt (wenn notwendig, werden auch bestimmte Antioxidantien empfohlen, die die genetisch bedingten Abweichungen in den Enzymen oder Rezeptoren zum Teil zu kompensieren vermögen).

Zusammenfassung

Warum Genetik?
  • Genetische Diagnostik bietet im Gegensatz zu den meisten anderen Laborparametern keine Momentaufnahme, die je nach Tageskonstitution schwanken kann und oft als "Ausrutscher" gewertet wird. Genetik liefert Fakten, die den Einzelnen ein Leben lang begleiten. Diese Tatsache wird als Chance begriffen, wesentliche potentielle Schwachstellen des Körpers zu erkennen und diese gezielt zu kompensieren bzw. zu umgehen.

  • Zivilisationskrankheiten gewinnen zunehmend an Bedeutung, nicht nur aus persönlichen, sondern auch aus volkswirtschaftlichen Gründen. Ihre Ursachen sind mannigfaltig und in gleichem Maße von Umweltbedingungen und Erbanlagen abhängig. Moderne Studien zeigen einen kausalen Zusammenhang zwischen genetisch mitbestimmten Risikofaktoren und oft vielgestaltigen Krankheitsbildern immer deutlicher. Hierzu zählen insbesondere körpereigene Schutzmechanismen gegenüber freien Sauerstoff-Radikalen, aber auch Schieflagen des Stoffwechsels wie Dyslipidämien und Vitamin-Mangelerscheinungen. "Grundsätzlich kann der Organismus von Natur aus alles, aber oft muss je nach Genetik spezielle Hilfestellung gegeben werden".

  • Die Anwendung genetischer Diagnostik führt zu einer Bewusstseinsschärfung, die den therapeutischen Erfolg maßgeblich stabilisieren kann. Der Körper jedes Menschen besitzt von Natur aus eine ihm angeborene Grundausstattung. Der Patient erfährt gegebenenfalls durch einen genetischen Test, dass sein Körper ihm Grenzen in seiner Leistungsfähigkeit gesetzt hat. Er erhält aber auch gleichzeitig die Information, dass es möglich ist und es sich lohnt, kompensatorische Maßnahmen zu ergreifen. Der Patient ist zur permanenten Mitarbeit aufgefordert. Er versteht, dass es keinen Sinn macht, eine heilsame Therapie abzubrechen, wenn es ihm besser geht, sondern dass die Notwendigkeit der Sekundärtherapie besteht, damit die Symptome nicht erneut aufflackern.

  • Meist begibt sich der Patient in ärztliche Behandlung, weil bereits Beschwerden aufgetreten sind. Im schlimmsten Fall ist der Patient ein sog. "non-responder", d.h. einige Therapien sind bereits gescheitert. Dies ist sowohl für den Patienten als auch für den Therapeuten unbefriedigend. Die therapeutischen Ansätze, die auf einer von Genetik begleiteten Befunderhebung aufbauen, sind zwar langwierig, aber oft außerordentlich erfolgreich. Eine genetische Diagnose hilft sowohl dem Patienten als auch dem Therapeuten, dieses Durchhaltevermögen aufzubringen und die nötige Therapietreue zu entwickeln.

  • Eine Familienanamnese gibt meist deutliche Hinweise auf erbliche Vorbelastungen. Oft sind jedoch viele Familienmitglieder nicht betroffen. Ein genetischer Check der nachfolgenden Generation kann dazu genutzt werden, gefährdete Personen zu erkennen und den Krankheitsbeginn bereits vor seinem Ausbruch zu verhindern. Hier erschließt sich der eigentliche, aber leider viel zu selten genutzte Aspekt der Prävention mit Hilfe genetischer Diagnostik.
    
Anschrift der Autorin:
Dr. rer. nat. Dagmar Mayer, GenoTest GmbH, Daimlerstr. 6, D-67454 Haßloch, mayer@genotest.ch     

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Hinweise auf Mikronährstoffe für präventive oder therapeutische Supplementierung enthalten die Befunde. Bewährte hypoallergene Produktbeispiele können Sie jederzeit auch bei PreventNetwork erfragen.
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