Spezielle Patienteninformationen
Stoffwechselorientierte Detoxifikation (Fachausgabe)

Zahnärztliche orthomolekulare Detoxifikationstherapie
bei Belastung durch dentale Metalle


Eine Übersicht mit Rezepten von Dr. med. dent. Siegmar Dettlaff*

Vorbemerkung
Metallsanierung ist eine fachübergreifende Aufgabe für ganzheitliche Zahnmedizin und Medizin, die ein abgestuftes Vorgehen mit ständiger Kontrolle des Patienten erfordert. Das Anliegen dieser Übersicht ist es, hierfür das nötige Problembewusstsein zu vermitteln bzw. zu schärfen.

Insgesamt gliedert sich diese ganzheitliche Metallsanierung in die Abschnitte "Vorbehandlung, zahnärztliche Metallsanierung (ggf. Langzeitprovisorium) inkl. Begleittherapie, Detoxifikation, zahnärztliche Definitivtherapie". Davon enthält die vorliegende Fassung zwei Abschnitte; die Rezeptübersicht A-E der entwickelten und erprobten Rezepte über die orthomolekulare Substitution ist am Schluß nochmals extra zusammengefasst.

1. Zur therapeutischen Vorbehandlung
Die zahnärztliche Sanierung eines metallbelasteten Patienten hat ohne Erstellen einer Diagnose und einer darauf begründeten Vorbehandlung als Kunstfehler zu gelten. Gegen diesen Grundsatz zu verstoßen, bringt das Risiko mit sich, den Patienten nicht heilen zu können und ihm möglicherweise gesundheitlichen Schaden durch die zahnärztliche Therapie zuzufügen.

Warum Vorbehandlung?
Neben allgemeinem Stress (Lokalanästhesie, Abformungen etc.) steigt vor allem während der Amalgamsanierung die Aufnahme von Toxinen therapiebedingt exponentiell an. Geschwächte, in Regulationsblockade befindliche und vor allem durch oxidativen Stress sowie toxisch vorgeschädigte Organismen sind solchen "Toxinwellen" häufig nicht gewachsen. Der resultierende Schaden betrifft vor allem Gehirn und Nervensystem, zu denen die Affinität der meisten Metalle besonders groß ist. Er kann im Extremfall irreversibel sein.

Bei Patienten mit einer latenten Sensibilisierung des Immunsystems gegen Metalle kann durch deren plötzliche Exposition während zahnärztlicher Therapie, vor allem durch chirurgische Eingriffe am Unterkiefer, ein allergischer Schub ausgelöst werden. Die dadurch hervorgebrachten Symptome können vielfältig sein und die Haut, das Verdauungssystem, innere Organe oder wiederum das Nervensystem betreffen.

Es ist nicht sinnvoll, den Patienten solche Komplikationen quasi als unumgänglich zuzumuten, wenn sie sich durch eine gezielte, adäquate Vorbehandlung vermeiden lassen.

Adäquate Vorbehandlung
Die Vorbehandlung beginnt erst, wenn der Patient sich grundsätzlich nach Abwägen aller Risiken zur Therapie entschlossen hat. Nach oben gibt es keine zeitliche Begrenzung, eine minimale Dauer von 6 Wochen sollte nicht unterschritten werden.
Mit der zahnärztlichen Sanierung darf erst begonnen werden, wenn der Patient problemlos die Stufe der Vorbehandlung erklommen hat. Bei atypischen Reaktionen während der Vorbehandlung muss die zahnärztliche Metallsanierung (zunächst) zurückgestellt werden!

Das therapeutische Bemühen der Vorbehandlung zielt primär auf:
  • das unspezifische Bindegewebe    
  • das Lymphsystem    
  • die Leber    
  • das Verdauungssystem    
   
Entsäuerung und Regeneration betreffen in erster Linie das unspezifische Bindegewebe und das Lymphsystem, die in vorderster Front der Toxinausleitung stehen. Detoxifikationsmaßnahmen zielen immer primär auf diesen Raum, obwohl ihr Ziel letztendlich die intrazellulär deponierten Gifte sind. Es ist allerdings nicht gesichert, ob die heute zur Verfügung stehenden Ausleitungsmedikamente überhaupt den Intrazellulärraum direkt erreichen können.

Um so wichtiger ist es daher, die Clearance des Zwischenzellraumes sicherzustellen, um ein Nachströmen intrazelluärer Toxine nach extrazellulär zu induzieren. Ist der Organismus jedoch nicht befähigt, diese Toxine via Lymphe, Leber und Darm zu eliminieren, kommt es zum höchst problematischen Rückstau. Die Folge ist das erneute Abdriften der Gifte in den Intrazellulärraum mit konsekutiven Blockaden durch neue Metallo-Protein-Bindungen.

Folgende Maßnahmen tragen zum Verhindern des Toxinstaus bei:
  • Darmsanierung    
  • Lebertherapie    
  • Wiederherstellen des Säure-Base-Gleichgewichts    
  • Regeneration des Grundsystems    
  • Stärken des antioxydativen Systems    
  • Lymphdrainage    

1.1 Darmsanierung
Zentrale Bedeutung für die Eliminierung metallischer Toxine aus dem Organismus hat der Weg über Leber-Galle-Darm. Ernährungslenkung und Darmsanierung haben daher im Zusammenhang mit der Metalldetoxifikation höchste Priorität:

  • durch Entzündungen und toxische Schädigung steigt die Permeabilität der Darmmukosa. Die Rückresorption im enterohepatischen Kreislauf kann im Extremfall bis zu 70% der von der Leber eliminierten metallischen Toxine ausmachen. Gesteigerte intestinale Permeabilität ist therapeutisch vor Beginn der Schwermetall-detoxifikation ins Normale zurückzuführen.    

  • Zu den "Nebenwirkungen" dentaler Metallexposition gehören in der Regel typische funktionelle Störungen und Erkrankungen des Verdauungssystems, die mit den Oberbegriffen Dysbiose und intestinale Mykose charakterisiert werden. Typisch für diese Krankheitsbilder ist das gestörte mikrobielle Gleichgewicht der Verdauungsschleimhäute.

    Durch exogene Toxine verursacht, kann sich die gestörte Homöostase der Darmmukosa selbst zur Produktionsstätte von endogenen Toxinen entwickeln. Die Resorption dieser "biologischen" Toxine belastet die Leber u. U. stark und setzt ihre Detoxifikationsleistung signifikant herab. Die Entgiftungszentrale des Organismus muß vor Beginn der Metallsanierung durch Vermeiden übermäßiger Toxinproduktion im Darm entlastet werden!    

  • Detoxifikation und Regeneration verlangen ein Optimalangebot an Vitalstoffen: Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren und Peptide müssen als "Reparaturmaterial" zur Regeneration zahlreicher Enzymsysteme sowie zur Steigerung der antioxidativen Kapazität ausreichend zur Verfügung stehen.

    Zur Versorgung des Organismus mit Vitalstoffen ist nicht nur eine Nahrung nötig, die dem Anspruch "Lebensmittel" im wörtlichen Sinne gerecht wird, sondern gleichermaßen die optimale Resorption der "Lebensbausteine". "Natürliche" Zufuhr von Vitalstoffen aus Nahrungsquellen ist einer Substitution grundsätzlich vorzuziehen!    
   
Die Vorbehandlungsdiät und das Ergänzungsrezept
Keinesfalls soll an dieser Stelle ein weiterer Beitrag zu dem unerschöpflichen Thema "die optimale Ernährung" geliefert werden. Lediglich die "Eckpfosten" einer im Rahmen der Vorbehandlung sinnvollen Diät werden aufgezeigt. Zwischen ihnen haben Therapeut und Patient genügend Raum zur individuellen Ausgestaltung:
  • Weitgehender Verzicht auf Genußmittel: raffinierter Zucker, Alkohol, Nikotin etc.    
  • Hoher Flüssigkeitskonsum zur Erhöhung der Drainagekapazität    
  • Meiden potentieller Nahrungsmittelallergene: Kuhmilch, Weizen, Gluten etc.    
  • weitgehender Verzicht auf denaturierte, industriell hergestellte Fertigprodukte    
  • vitalstoffreiche "Lebensmittel" mit hohem Ballastanteil    
  •  zu Beginn vorsichtiger Umgang mit Rohkost (Früchte etc.)    
   
In der Vorbehandlungsdiät haben basenliefernde Nahrungsmittel wie Kartoffel und Gemüse höchste Priorität, qualitativ hochwertiges Fleisch und Fisch sind als wichtige Eiweißlieferanten in vernünftigem Maß nicht ausgeschlossen!

Ohne den zahlreichen, bestens bewährten Therapienansätzen zur Darmsanierung einen weiteren hinzufügen zu wollen, soll an dieser Stelle auf orthomolekulare Supplemente (Medikamente) verwiesen werden, die sich bei der Therapie einer gesteigerten intestinalen Permeabilität bewährt haben:    
       
Rezept A
L-Glutamin (TR oder PEC)     2mal 1 Kapsel (1000mg) zum Essen
Omega-3-Fettsäure aus Fischöl (TR oder PEC)     mehrfach täglich 1 Kapsel
Quercenase (TR)     2mal 2 Kapseln zwischen den Mahlzeiten
FOS (PEC)     3mal täglich vor den Mahlzeiten, beginnend mit 1/4 TL, langsam auf 1 TL steigernd
Pro-Biotic Complex ( (Lactobac. +Bifidus) (ALY)     2mal 1 Kapsel p.d. zu den Hauptmahlzeiten
Haferkleie und Flohsamen!
   
   
1.2 Lebertherapie
Ernährungslenkung (fettarme, alkoholfreie Leberdiät), der klassische Leberwickel, die Substitutionstherapie (Co-Enzym Q, L-Cystein und L-Methionin, red. Glutathion u.a.) sowie Phytopharmaka und Homöopathika gehören zu den bewährten Methoden der komplementärmedizinischen Lebertherapie: Taraxacum, Berberis, Chelidonium, Silybum marianum, Curcuma longa, Artischocke usw.    
       
Rezept B
Lipotrepein (TR)     3mal 1 Kapsel vor den Hauptmahlzeiten
S.A.T. (TR)     3mal 1 Kapsel zu den Hauptmahlzeiten
   
   
1.3 Entsäuern
Übersäuerung des Stoffwechsels führt neben vielen anderen Konsequenzen zur Behinderung der Toxinausleitung bis hin zur totalen Blockade. Eine Amalgamsanierung ist unter solchen Bedingungen kontraindiziert.

Verzicht auf säurebildende Nahrungsmittel, Bevorzugung von Basenbildnern, hoher Flüssigkeitskonsum, Streßabbau und Verbesserung der enzymatischen Nahrungsaufbereitung bewirken eine langsame Harmonisierung des Säure-Base-Gleichgewichts. Unterstützend können Basensalze und Basenbäder eingesetzt werden.


Rezept C
Basenpulver No. III (Centropa oder Apothekenherstellung)     1 TL nach jeder Hauptmahlzeit, v.a.abends vor dem Schlafengehen
alternativ: dünndarmlösliche Kapseln bei magenempfindlichen Patienten (Basofer forte N oder Nephrotrans)     mehrfach täglich 1 Kapsel (jeweils 1-2 Kapseln nach den Mahlzeiten und v.a. abends vor dem Schlafengehen)
Basenbad mit 100 bis 200 g Natriumkarbonat auf ein Wannenbad
   
   
1.4 Regeneration und Steigerung der antioxydativen Kapazität
Die Regeneration im Bindegewebe, an den Synapsen und neuromuskulären Endplatten wird u.a. durch die Substitution von L-Cystein und L-Methionin gefördert. Schwefelhaltige Aminosäuren haben auf Schwermetalle im Bindegewebe einen chelatierenden Effekt. (Literatur zum Thema Aminosäuren).

Cystein bewirkt synergetisch mit L-Glutamin ein Anheben des Gewebespiegels von Glutathion, das im Zentrum der körpereigenen Detoxifikation steht.

Alpha-Liponsäure hat ähnlich wie schwefelhaltige Aminosäuren die Fähigkeit, Schwermetalle wie Quecksilber und Blei im Gewebe zu komplexieren. Sie ist ein direkter Glutathion-Generator.

L-Carnitin ist für den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien unentbehrlich, der durch Enzymblockade von Schwermetallen primär geschädigt wird. Carnitin spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Entgiftung in der Leber.

Der positive Effekt von Selen auf das antioxidantive System im Allgemeinen in bei der Schwermetalldetoxifikation im Speziellen ist hinlänglich bekannt. Selenomethionin hat sich mittlerweile als "sanfte" und wirkungsvolle Alternative zum anorganischen Selen etabliert, denn nach wie vor ist nicht endgültig geklärt, ob der Schwermetall-Selen-Komplex vom Organismus überhaupt eliminiert werden kann. Proteingebundenes Selen umgeht die mögliche Interaktion von Quecksilber und Selenit.

Die Kombination von Vitamin E mit pflanzlichen Gerbstoffen hat sich in der Schwermetalldetoxifikation bestens bewährt. Bioflavonoide (siehe Neue nutriologische Beiträge) sind hochwirksame Antioxidantien mit Membran-Schutzwirkung und der Fähigkeit, aktiven Sauerstoff unter Bildung stabiler Radikale abzufangen:

Quercetin, Phenole aus grünem Tee und oligomere Proanthocyanidine (OPC) aus roten Weintrauben stellen deshalb eine Alternative zu Vitamin C dar. Ihr protektiver Effekt übertrifft häufig den von Ascorbinsäure um ein Vielfaches. Unter bestimmten Bedingungen kann Vitamin C bei oraler Gabe offenbar die Toxizität von Quecksilber steigern, indem es die Rate der "Biotransformation" erhöht, den Umbau von anorganischem in hoch-toxisches Quecksilber im Darm.    
       
Rezept D
Selenomethionin ( ALYX)     2mal 1 Kapsel a 200 mcg vor dem Essen
L-Carnitin (TR oder PEC)     3mal 1 Kapsel a 340 mg zum Essen
L-Glutamin (TR oder PEC)     3mal 1 Kapsel a 500 mg zum Essen
Vitamin E (TR )     1-2mal 1 Kapsel à 500 IE (entspricht 333 mg) zum Essen
Planti-Oxidants (TR)     je 2 Kapseln (Bioflavonoide) vorm. + nachmittags
Thiocid (TR)     2mal 1 Kapsel (Alpha-Liponsäure) a 100 mg vor dem Essen

2. Zur orthomolekularen Detoxifikationstherapie
Die eigentliche Entgiftung, d.h. das Freisetzen von im Organismus deponierten Metallen, beginnt erst nach Beendigung der zahnärztlichen Therapie. Es ist eine Vielzahl von Konzepten publiziert worden. Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass die stoffliche Ausleitung mit den Methoden der orthomolekularen Medizin und der Chelattherapie eindeutig Vorrang vor feinstofflichen Methoden wie Bioresonanz oder Isotherapiemethoden hat.

Die Wirksamkeit der erstgenannten Therapiemethoden ist durch wissenschaftliche Studien gesichert, die Nebenwirkungsrate ist gering. Begleiterscheinungen sind beherrschbar. Umgekehrt stützt sich feinstoffliches Ausleiten auf Erfahrungsberichte; es gibt insbesondere für den Sektor der Nebenwirkungen kaum gesicherte Erkenntnisse.

Grundsätzlich wird während der Detoxifikation das in der Vorbehandlung begonnene Therapieschema (Darmsanierung und Antioxidantientherapie) fortgeführt. Neu ist als Kernstück der Schwermetallausleitung der Einsatz von Chelatbildnern.    
   
2.1 Einsatz von Chelatbildnern
N-Acetyl-Cystein (NAC) ist der schwächste unter den bekannten Chelatbildnern, sowohl bezüglich der Wirksamkeit als auch der möglichen toxischen Nebenwirkungen. DMPS steht hier neben EDTA unangefochten an der Spitze: Verlust an "positiven Metallen", bei Langzeiteinsatz unausbleibliche immunologische Sensibilisierung. Nephrotoxizität und Anstieg der Transaminasen.
NAC ist dagegen aufgrund seiner äußerst geringen Toxizität meist ohne Probleme für den Langzeitseinsatz geeignet!

Dimercaptobernsteinsäure (DMSA) ist wie Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) ein Di-Thiol. Die beiden Schwefel-Wasserstoff-Enden der Moleküle bieten sich Schwermetallionen als attraktive Bindungspartner an.
DMSA und DMPS weisen in ihrer Wirkcharakteristik folgende Unterschiede auf:
  • DMSA ist weniger toxisch als DMPS    
  • DMSA ist bei enteraler Gabe besser biologisch verfügbar als DMPS    
  • DMSA ist gegen organisches Quecksilber wirksamer als DMPS    
  • DMSA bindet Schwermetalle vor allem im Darm und in der Leber, DMPS erreicht sein Wirkoptimum in der Niere    
  • DMSA gelangt aufgrund seiner molekularen Struktur im Gegensatz zu DMPS über die Blut-Gehirn-Schranke. Im Tierversuch gelang es nur mit DMSA, im Gehirn deponiertes Quecksilber zu mobilisieren    
  • DMSA und DMPS unterscheiden sich in der Metallaffinität. Die essentiellen Metalle Kupfer und Zink werden von DMPS vor Quecksilber chelatiert, die Reihenfolge ist bei DMSA: Cd>Pb>Fe>Hg>Zn>Ni    
  • Die allergene Potenz von DMSA ist signifikant geringer als die von DMPS, so dass sich DMSA ohne weiteres für längere Anwendung eignet.    
Glutathion ist das wichtigste wasserlösliche Antioxidans des Gewebes. In reduzierter Form (GHS) schützt Glutathion die SH-Gruppen von Proteinen. Glutathion entgiftet freie Radikale und Xenobiotika in der Entgiftungsphase II der Leber durch Konjugation (zentrale Drehscheibe der Leber-Detoxifikation).    
       
Rezept E
Glutathione (150 mg red. Glutathion) (TR)     4mal wöchentlich (Di, Do, Sa, So) je 1 Kapsel nüchtern (kein Vitamin C, keine weiteren Medikamente!) vormittags und nachmittags
Capotmer
(DMSA 100 mg) (TR)     3mal wöchentlich (Mo, Mi, Fr) steigernd;
in der 1. Woche je 2 Kapsel vormittags und nachmittags,
in der 2. Woche je 4 Kapseln,
in der 3. Woche je 6 Kapseln.
Nach 2 Wochen Pause ist eine Wiederholung möglich (Austestung!) (Bei DMSA 200 mg, Apothekenrezeptur über Bio-Apotheke München, die Hälfte an Kapseln)
NAC (PEC)     3mal 1 Kapsel a 500 mg zum Essen

2.2 Behandlungssymptome
DMSA-Therapie kann durchaus mit Symptomen verbunden sein.
Vor allem Müdigkeit, aber auch leichte Kopfschmerzen oder andere neurologische Symptome können auftreten. Dies ist grundsätzlich ein Hinweis auf die Wirksamkeit der Therapie und zwingt nicht unbedingt zum Abbruch.

Sollten stärkere Symptome auftreten, hierbei ist an ein seelisches Tief, Lymphstau, Hauteffloreszenzen, asthmatische Anfälle u.ä. zu denken, muß unbedingt abgebrochen werden. In diesen Fällen liegt selten eine Unverträglichkeit des Medikaments vor. Vielmehr handelt es sich meist um den schon beschriebenen Toxinstau im Bindegewebe (Regulationsblockade), der dann schwergewichtig therapiert werden muß.

3. Erfolg und Mißerfolg der Schwermetalldetoxifikation
Der Erfolg der Detoxifikation ist mit Hilfe von Laboruntersuchungen ablesbar, wobei Speichel- und Stuhlprofil die besten Hinweise geben. Das Wiedererlangen der Regulationsfähigkeit kann mit Hilfe der einschlägigen Diagnoseverfahren erkannt werden. Naturgemäß stehen das subjektive Empfinden des Patienten, der Rückgang von beklagten Symptomen und das Wiedererlangen von Lebensqualität an erster Stelle beim Beurteilen des Erfolges.

Im bioenergetischen Test kann kontrolliert werden, ob noch Metall mit starker toxischer Wirkung im Organismus vorhanden ist und wo dessen hauptsächlicher "Wirkort" angenommen werden muß. Es können allerdings nur extrazelluläre metallische Toxine getestet werden. Die den Therapeuten primär interessierenden intrazellulär gebundenen Metalle entziehen sich dem diagnostischen Zugriff im Resonanztest. Beim Testen wird immer wieder beobachtet, wie im Zuge der Ausleitung Schwermetalle in sogenannten Wellen im Extrazellulärraum erscheinen. Quecksilber wird grundsätzlich am Anfang häufig getestet, während Blei, Zinn, Silber und Palladium erst wesentlich später "erscheinen".

Es ist daher nicht statthaft, nach abgeschlossener zahnärztlicher Sanierung allein aus negativem Ergebnis für Hg im DMPS-Mobilisations-Test auf eine erfolgreiche Amalgamdetoxifikation schließen zu wollen.

Metallsanierung fordert sowohl vom Behandler als auch vom Patienten Geduld und "Stehvermögen", denn es gibt auch immer wieder "Tiefs" im Verlauf der Entgiftung. Darüber sollte der Patient unbedingt vor Therapiebeginn aufgeklärt werden. Es ist wichtig, den Patienten auch auf die Möglichkeit eines Misserfolges hinzuweisen. Wir können unseren Patienten zwar als Behandlungsziel den Stopp der Toxinexposition in ihrer Mundhöhle garantieren, keineswegs aber den Erfolg der Detoxifikation.

Unter vielen Gründen kann beispielsweise ein nicht abgestellter Nikotinabusus oder das Unvermögen zur Darmsanierung für einen Misserfolg verantwortlich sein. Aber auch die Weigerung des Patienten zur radikalen zahnärztlichen Sanierung, vor allem im Hinblick auf devitale Zähne, kann eine Rolle spielen. Pulpentote Zähne können dem Organismus nicht nur durch energetische Blockaden und endogen-toxische Belastung des Immunsystems schaden, sondern auch durch umfangreiche Metalldepots.

Aus ihnen können auch nach abgeschlossener Zahnsanierung metallische Toxine weiterhin primär auf neuronalem Wege ins Gehirn transportiert werden. Die Therapie dieser Störfelder ist deshalb für den Heilerfolg unbedingt nötig.

Der Aufwand dentaler Metallsanierungen lohnt sich trotz allem: Diese Therapie gibt dem Zahnarzt häufig die Chance, seine Patienten einen entscheidenden Schritt auf dem Wege zur Gesundheit zu begleiten oder diese erst zu ermöglichen.

*Der vollständige Text im ausführlichen Bericht des Autors "Therapie der Belastung durch dentale Metalle" ist erschienen in GZM - Praxis und Wissenschaft (3. Jg. 2/98, S. 4-12).    
   
Anschrift des Autors:
Dr.med.dent.Siegmar Dettlaff, Lindenhof 6, CH 6060 Sarnen   
   
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