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Nachrichten
23. Nov 2009
Gesenkte Tagesdosen für drei Lebensmittelfarbstoffe
Mit Datum vom 12. November 2009 berichtet die EFSA über eine Herabsetzung der ETD (Erlaubte Tagesdosis) für drei Lebensmittelfarbstoffe:

(Die Klammer-Hinweise zu den Farbstoffen entnahmen wir einem Übersichtsblatt der Firma Sabona-Naturarzneimittel.)
Es handelt sich um E 104 (Chinolingelb – in den USA für Lebensmittel verboten), E110 (Gelborange S – steht im Verdacht, Allergien auszulösen) und E 124 (Cochenillerot A – synthetisch hergestellter roter Azo-Farbstoff, löst selten Allergien aus).
Für weitere drei überprüfte Farbstoffe – E102 (Tartrazin – steht in Verdacht, Allergien auszulösen, kann bei Überdosierung zu Seh- und Atemschwierigkeiten führen), E 122 (Azorubin – im Tierversuch wurden Nebenwirkungen an Blutbild, Lunge und Bauchspeicheldrüse beobachtet) und E129 Allurarot AC ) – befand das ANS Panel (Panel für Lebensmittelzusatzstoffe und Nährstoffquellen, die Lebensmitteln zugefügt werden), dass das vorhandene Datenmaterial eine Veränderung der ETD nicht erforderlich mache – nur selten kämen Kinder, die große Mengen an Lebensmitteln/Getränken mit Azorubin oder Allurarot zu sich nähmen, über die als ETD festgesetzte Menge. Für Tartrazin räumt das ANS-Gremium ein, dass es bei einem kleinen Teil der Bevölkerung zu Unverträglichkeitsreaktionen führen kann.
Die untersuchten Farbstoffe finden sich vor allem in Softdrinks, Backwaren und Desserts.
Den Anstoß zur Untersuchung gab die sog. Southampton-Studie, von 2007, die verschiedene Kombinationen dieser Farbstoffe und des Konservierungsstoffes Natriumbenzoat mit Hyperaktivität bei Kindern in Verbindung brachte.
Die Studie von McCann et al. (2007), die von der britischen Lebensmittelbehörde FSA (Food Standards Agency) in Auftrag gegeben wurde, bezog 153 Kinder im Alter von 3 Jahren und 144 Kinder im Alter von 8-9 Jahren aus der allgemeinen Bevölkerung ein. Darunter befanden sich normal aktive und hyperaktive Kinder, jedoch keine Kinder, die wegen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) medikamentös behandelt wurden.

Die Studie ist in The Lancet veröffentlicht. Der Abstract findet sich unter
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673607613063/abstract, die Publikation kann von dort aus kostenpflichtig heruntergeladen werden.

Das Committee on Toxicology (Ausschuss für Toxikologie) des Vereinigten Königreichs beurteilte die Studie und gab eine umfangreiche Stellungnahme dazu ab, die unter http://cot.food.gov.uk/pdfs/colpreschil.pdf  abrufbar ist.

Die Stellungnahme der EFSA zu den einzelnen Farbstoffen finden Sie unter http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211903038267.htm?WT.mc_id=EFSAHL01&emt=1

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