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01. Jun 2010
Osteoporose haben auch Männer
Ein Übersichtsartikel im vrp-Newsletter vom Februar 2010 widmet sich Studien, Zahlen und Fakten zur Osteoporose bei Männern. Auch wenn dieses Zahlenmaterial die Situation in den USA beschreibt, hat es tendenziell wohl auch in Europa Gültigkeit. Nachstehend eine Zusammenfassung dieses Artikels.

Osteoporose ist gekennzeichnet durch verminderte Knochendichte (BMD), den Zusammenbruch der Knochenstruktur und ein erhöhtes Frakturrisiko. Mit der Zunahme der durchschnittlichen Lebenszeit der Männer entwickelt sich die männliche Osteoporose immer mehr zu einem wichtigen Gesundheitsproblem.
In den USA sind etwa 55% der Bevölkerung über 50 Jahren davon betroffen, 20% dieser Gruppe sind Männer. Derzeit leiden 10 Mio. Amerikaner an Osteoporose, weitere 34 Mio. an Osteopenie und sind somit bereits Osteoporose-Risikopatienten.
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Arztkonsultationen wegen Osteoporose verfünffacht.
Osteoporose ist in den USA der Auslöser für 1,5 Mio. Frakturen pro Jahr. Etwa 25% der Männer über 50 werden einmal im Leben eine Osteoporose-bedingte Fraktur erleiden, ergab eine Untersuchung. Das Risiko einer Hüftfraktur sei zwar bei Frauen zwei- bis dreimal so hoch wie bei Männern, die Männer weisen jedoch ein fast doppeltes Mortalitätsrisiko im ersten Jahr nach der Fraktur auf. (1)
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Entstehen einer Osteoporose begünstigen (siehe unten*). Einer der wesentlichsten ist die altersbedingte Abnahme der Androgene wie Testosteron oder DHEA. Der Testosteronspiegel ist mit etwa 20 Jahren am höchsten und nimmt dann kontinuierlich ab. Da mit dem Alter das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) zunimmt und das Testosteron damit physiologisch inaktiv wird, sinkt der Testosteronspiegel im Alter rascher. Dagegen steigt bekanntlich der Östrogenspiegel durch die Aromatase-vermittelte Umwandlung von Testosteron und Androstendion. (2)
Aromatase kommt in vielen Geweben vor, auch in den Fettzellen, weswegen das Gesamtkörperfett ein wichtiger Faktor für die Abnahme der Androgene und Zunahme von Östrogen ist. (3) Stark erhöhtes Risiko haben deshalb u.a. Männer, die wegen Prostatakarzinoms mit Medikamenten zur Androgen-Deprivation behandelt werden. Eine Studie ergab, dass in dieser Patientengruppe 41% Osteoporose hatten, 39% Osteopenie und nur 20% eine altersentsprechende normale Knochendichte aufwiesen. In dieser Gruppe mit normaler BMD hatte die Knochendichte nach einem Jahr um 1,8%, nach drei Jahren um 6,5% und nach 6 Jahren um 12,7% abgenommen. Von den Männern mit Osteopenie entwickelten 60% innerhalb von zwei Jahren eine Osteoporose. (4)
Auch eine Reihe anderer Medikamentengruppen führt bei Langzeiteinnahme zur Osteoporose als Nebenwirkung, z.B. verschiedene Sedativa, Antiepileptika, Antipsychotika, Medikamente gegen Panikattacken, SSRI, Opioide und andere Analgetika, Schleifendiuretika, Glukokortikoide, Medikamente mit dopaminergen Wirkstoffen und Eisenverbindungen. (5)
Studien aus jüngerer Zeit zeigen, dass Protonenpumpenhemmer, wie sie bei Sodbrennen, Magengeschwüren oder Gastritis eingesetzt werden, bei Einnahme von >1 Jahr zu einem signifikanten Anstieg von Hüftfrakturen führten (44%). Bei Langzeitanwendung und hoher Dosierung stieg das Risiko um 245%! (6) Als Ursache wird von den Studienautoren die durch die reduzierte Magensäure sehr schlechte Calciumresorption angenommen.
Den Zusammenhang von SSRI mit Osteoporoserisiko untersuchte eine Studie von 2007 an Männern ab 65 Jahren. (7) Männer unter SSRI-Medikation hatten eine durchschnittlich 3,9% niedrigere BMD im Hüftknochen und 5,9% niedrigere in der Lendenwirbelsäule.

(1) National Institute for Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases. Osteoporosis. Available at: http://www.niams.nih.gov/Health_Info/bone/Osteoporosis/default.asp. Accessed on: 01-16-10.
(2) Gray A, Feldman HA, McKinlay JB. Age, disease, and changing sex hormone levels in middle-aged men: results of the Massachusetts Male Aging Study. J Clin Endocrinol Metab. 1991;73(5):1016-25.
(3) Hammoud AO, Gibson M, Peterson CM, et al. Impact of male obesity on infertility: a critical review of the current literature. Fertil Steril. 2008 Oct;90(4):897-904.
(4) Wadhwa VK, Weston R, Mistry R, et al. Long-term changes in bone mineral density and predicted fracture risk in patients receiving androgen-deprivation therapy for prostate cancer, with stratification of treatment based on presenting values. BJU Int. 2009 Sep;104(6):800-5.
(5) Abrahamsen B, Brixen K. Mapping the prescriptiome to fractures in men—a national analysis of prescription history and fracture risk. Osteoporos Int. 2009 Apr;20(4):585-97.
(6) Yang YX, Lewis JD,Epstein S, et al. Long-term proton pump inhibitor therapy and risk of hip fracture. JAMA. 2006 Dec 27;296(24):2947-53.
(7) Haney EM, Chan BK, Diem SJ, et al. Association of low bone mineral density with selective serotonin reuptake inhibitor use by older men. Arch Intern Med. 2007 Jun 25;167(12):1246-51. 

*) Risikofaktoren für Osteoporose bei Männern
• Zunehmendes Alter
• Bewegungsarmer Lebensstil
• Rauchen
• Alkoholmissbrauch
• Niedriger Testosteronspiegel
• Osteoporose in der Familie
• Ernährungsdefizite (bes. Calcium und Vitamin D)
• Übermäßiger Konsum von Eiweiß, Kochsalz und Koffein
• Bestimmte Medikamentengruppen wie Steroide, PPI, SSRI
• Diabetes
• Medikation zur Androgen-Deprivation

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Die Orthomolekulare Medizin bietet eine Reihe von Ansatzpunkten, um solchen Entwicklungen vorzubeugen. Damit sind nicht nur die verschiedenen Nährstoffkombinationen zur Verbesserung der Knochendichte gemeint, angefangen von Calcium und Vitamin D über Substanzen zur Stimulierung der Osteoblastentätigkeit und Hemmung der Osteoklastenaktivität (wie das synthetisch hergestellte Isoflavon-Derivat Ipriflavon) bis zu Vitamin K zur Verbesserung des Knochen-Turnover.
Der gezielte Einsatz der richtigen Mikronährstoffe erlaubt es fallweise, nebenwirkungsreiche Medikamente in der Dosierung und damit in den Nebenwirkungen deutlich zu reduzieren, fallweise sogar sie zu ersetzen.
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