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Nachrichten
17. Jul 2010
OM-TELEGRAMM
Eisen; L-Arginin; Kalium
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Eisen; L-Arginin; Kalium

Eisen und Herzinsuffizienz
An der Charité in Berlin stellte ein Ärzteteam um DDr. Stefan Anker fest, dass die Behandlung von Eisenmangel, auch wenn keine Anämie vorliegt, bei Patienten mit Herzinsuffizienz zu einer Verbesserung des Befindens führt. Die i.v.-Gabe von Eisen erhöhte die ODDS für eine zumindest leichte Verbesserung um 50% gegenüber Placebo 28%, unabhängig davon, ob die Patienten auch an einer Eisenmangel-bedingten Anämie litten oder nicht. Daraus schließen die Ärzte, dass der Eisenmangel unabhängig vom Bestehen einer Anämie bei Herzinsuffizienz-Patienten behandelt werden sollte. – Dr. Mariell Jessup von der University of Pennsylvania stellte fest, diese randomisierte Studie könnte möglicherweise den Blick auf HI-Patienten verändern - es sollte routinemäßig nicht mehr nur auf das Vorliegen von Anämie geachtet werden, sondern auch auf den Eisenstatus. Anker und sein Team merkten an, dass eine Feststellung des Eisenstatus derzeit normalerweise nur bei diagnostizierter Anämie veranlasst wird, weil man bisher davon ausging, dass der Eisenmangel nur in diesen Fällen klinische Konsequenzen habe. Nun scheinen  Langzeitversuche wünschenswert, um die Sicherheit und die Wirkmechanismen der Eisengabe zu  untersuchen, zumal auch ein zweiter untersuchter Parameter ein interessantes Ergebnis zeigte: die ODDS-Ratio für eine Verbesserung der NYHA-Klasse um mindestens 1 nach 24 Wochen gegenüber dem Status zu Studienbeginn (2.40, P<0.001). 47 % der Eisen-behandelten Patienten gehörten danach zu NYHA I oder II gegenüber nur 30% aus der Placebogruppe.
Anker SD, et al. Ferric Carboxymaltose in Patients with Heart Failure and Iron Deficiency. N Engl J Med 2009; DOI: 10.1056/NEJMoa0908355.

L-Arginin bei Diabetes: Positive Wirkung im Tierversuch
Eine kürzlich publizierte Studie untersuchte mögliche positive Wirkungen einer L-Arginin-Supplementierung bei Diabetes. Es ging um physiologische Veränderungen im Verdauungstrakt. Bei Ratten wurden durch Alloxan-Gabe oxidativer Stress und Schäden durch freie Radikale induziert, wie sie für Diabetes charakteristisch sind. Einige der Ratten erhielten L-Arginin. Die Alloxan-Gabe führte zu erhöhtem Blutzucker, senkte den Glutathionspiegel, reduzierte die Aktivität der antioxidativen Enzyme SOD und Katalase und erhöhte signifikant den Malondialdehydspiegel. Bei jenen Ratten, die auch L-Arginin erhielten, war die Belastung durch oxidativen Stress signifikant geringer, die Malondialdehydspiegel wurden gesenkt, die Spiegel von Glutathion, SOD und Katalase wurden erhöht. L-Arginin schützte offenbar auch vor dem Anstieg der Blutzuckerspiegel durch oxidativen Stress.
Die Forscher ziehen den Schluss, dass die Gabe von L-Arginin die klinische Manifestation des Diabetes verbessern und den oxidativen Stress im Gastrointestinaltrakt verringern könnte. 
Kochar NI, Umathe SN. Beneficial effects of L-arginine against diabetes-induced oxidative stress in gastrointestinal tissues in rats. Pharmacol Rep. 2009 Jul-Aug;61(4):665-72.

Kaliumanstieg unter Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Bactrim u.a.)
Im Clinical Journal of the American Society of Nephrology wurde eine Untersuchung veröffentlicht, der zufolge bei Medikation mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol (TMP-SMX) dosisabhängig bei älteren Personen nicht selten eine Hyperkaliämie auftritt, die sogar einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen kann. Dies war auch der Fall bei Patienten, die keine Beta-Blocker erhielten. Das erscheint biologisch logisch, da Trimethoprim strukturell verwandt ist mit dem kaliumsparenden Diuretikum Amilorid. Nach Ansicht der Studienautoren ist damit zu rechnen, dass die Kombination von Beta-Blocker und TMP-SMX das Risiko für eine Hyperkaliämie noch verstärkt. Während des Untersuchungszeitraums wurden 189 Personen wegen Hyperkaliämie hospitalisiert, die mit einem von fünf Antibiotika behandelt wurden: Amoxicillin (als Kontrollgruppe), TMP-SMX, Ciprofloxacin, Norfloxacin (Noroxin) oder Nitrofurantoin. Auch wenn die Studie vom Design her einige Einschränkungen aufweist (nicht-randomisierte Antibiotikazuteilung, tägliche Kaliumaufnahme, Berücksichtigung der Einnahme anderer Medikamente bzw. nicht verschreibungspflichtiger Mittel u.a.), verdienen die Ergebnisse Beachtung, zumal es eine Kleinigkeit ist, bei Patienten, die TMP-SMX – womöglich kombiniert mit Beta-Blockern – erhalten, die Serum-Kaliumspiegel zu kontrollieren und zeitgerecht gegenzusteuern.
Weir M, et al. Beta-blockers, trimethoprim-sulfamethoxazole, and the risk of hyperkalemia requiring hospitalization in the elderly: a nested case-control study.  Clin J Am Soc Nephrol 2010; DOI: 10.2215/CJN.01970310.

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