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01. Feb 2011
USA: Neue Zufuhrempfehlungen für Vitamin D und Calcium zur Osteoporose-Prävention
Am 30. November 2010 ist der Bericht des US-amerikanischen Instituts für Medizin mit den neuen Empfehlungen für die tägliche Einnahme von Calcium und Vitamin D in Zusammenhang mit Osteoporose-Prävention erschienen. 

Am 30. November 2010 ist der Bericht des US-amerikanischen Instituts für Medizin mit den neuen Empfehlungen für die tägliche Einnahme von Calcium und Vitamin D in Zusammenhang mit Osteoporose-Prävention erschienen. Die Amerikanische Vereinigung klinischer Endokrinologen (AACE) (Jacksonville, Florida, www.aace.com) hat anhand wesentlicher Aussagen ihre Empfehlungen für die klinische Praxis formuliert.

1. Vitamin-D-Spiegel
Das IOM gibt an:
Ausreichend für die Knochengesundheit ist ein 25(OH)Vitamin-D-Spiegel von etwa 20 ng/ml. Ob höhere Spiegel von gesundheitlichem Nutzen im Hinblick auf andere Indikationen sind, sei unklar, da die meisten derzeit vorliegenden Studien nicht kausale Zusammenhänge untersuchen. Ein Spiegel von über 50 ng/ml habe das Potential für negative Auswirkungen auf die Gesundheit, daher gibt das IOM einen Rahmen von 20 – 50 ng/ml als sicher und wirksam für die Knochengesundheit an.
Die AACE empfiehlt:
Da viele Ärzte sich für möglichen gesundheitlichen Nutzen bei anderen Indikationen als Knochengesundheit als Untergrenze an 30 ng/ml 25(OH)Vitamin D3 halten, scheint es angemessen, für die meisten Patienten einen optimalen und sicheren Laborbereich von 30-50 ng/ml anzunehmen.

2. Zur Vitamin-D-Supplementierung in der Bevölkerung generell
Das IOM gibt an:
eine empfohlene tägliche Tagesdosis (RDA) von 600 IE für Personen zwischen 9 und 70 Jahren sowie 800 IE für Personen über 70 Jahre.
Als oberer tolerierbarer Zufuhrwert werden 4000 IE/Tag angegeben.
Die AACE empfiehlt:
Viele Patienten benötigen eine tägliche Zufuhr von 1000-2000 IE Vitamin D3, um den 25(OH)Vitamin-D-Spiegel auf 30 ng/ml oder höher zu erhalten. Da diese Tagesmenge deutlich unterhalb der angegebenen Obergrenze liegt, scheint eine Vitamin-D-Tagesdosierung zwischen 1000 und 2000 IE vernünftig. Da bestimmte Patienten aufgrund vorliegender gesundheitlicher Gegebenheiten (Malabsorption, bariatrischer Eingriff etc.) einen deutlich höheren Vitamin-D-Bedarf haben, sollte in diesen Fällen die Dosierung auf jeden Fall aufgrund einer Laborbestimmung des 25(OH)Vitamin D festgelegt werden.

3. Calciumaufnahme aus allen Quellen
Das IOM empfiehlt:
eine tägliche Zufuhr von 1300 mg für Kinder (beide Geschlechter) zwischen 9 und 13 Jahren (Obergrenze 3000 mg),
eine tägliche Zufuhr von 1000 mg (Obergrenze 2500 mg) für Frauen zwischen 19 und 50 (ohne Veränderungen während Schwangerschaften),
eine tägliche Zufuhr von 1200 mg (Obergrenze 2000 mg) für Frauen über 50,
eine tägliche Zufuhr von 1000 mg (Obergrenze 2500 mg bis 50 Jahre, 2000 mg über 50 Jahre) für Männer zwischen 19 und 70 Jahren,
eine tägliche Zufuhr von 1200 mg für Männer über 70.
Das Risiko für Nierensteine (Calciumoxalat) steigt mit höheren Calciumaufnahmen an.

Die AACE hält diese Empfehlungen aufgrund der vorliegenden Daten für vernünftig. Eine 24-Stunden-Messung des Calcium im Urin sollte ernsthaft in Betracht gezogen werden, um die Calciumbalance jener Patienten zu bestimmten, bei denen sich daraus Therapiekonsequenzen ergeben.
Die AACE hofft, dass der Bericht des IOM auch aussagekräftige Studien über die Rolle von Vitamin D bei anderen Indikationen als Osteoporose bzw. Knochengesundheit anstoßen wird. Die vorliegenden Empfehlungen sollten in Verbindung mit der klinischen Beurteilung jedes einzelnen Patienten die Grundlage für die individuelle Bedarfsermittlung an Calcium und Vitamin D bilden.

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