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Nachrichten
31. Okt 2011
OM-Telegramm
Niacin; Kalium; Malondialdehyd
OM-Telegramm
Niacin; Kalium; Malondialdehyd

HDL-Cholesterin, Niacin und Krebsrisiko
Eine Analyse von zwei Dutzend randomisierten, kontrollierten Fett-Interventionsstudien ergab, dass um je 10mg/dl höheres HDL-Cholesterin mit einem um 36% niedrigeren relativen Risiko für Karzinome verbunden war (95% CI 24%-47%, P<0.001). Das Team um Richard H. Karas MD, PhD am Tufts Medical Center in Boston, USA, sagte, diese Beziehung blieb auch evident unter Berücksichtigung von LDL-Cholesterin zu Studienbeginn, von Alter, BMI, Diabetes, Geschlecht, und Raucherstatus.
Epidemiologische Studien hatten ein höheres Risiko für das Auftreten von Krebs bei niedrigerem Gesamtcholesterin, und eine Meta-Analyse von Statin-Studien durch die Gruppe um Karas ergab, dass dasselbe auch für LDL-Cholesterin gilt. Zwar macht die Analyse keine Aussage über ein kausales Verhältnis zwischen Cholesterin und Krebsinzidenz, allerdings könnte höheres HDL-Cholesterin tatsächlich über antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften das Entstehen von Krebs bremsen. Andererseits könnte das höhere HDL auch nur ein Biomarker für niedrigeres Krebsrisiko sein. Das bleibe zu klären.
Patienten mit niedrigem HDL profitieren aber in jedem Fall von einer Steigerung des „guten Cholesterins – und da ist Niacin* nicht zu übersehen. Es kann das HDL um 20-30% erhöhen. Statine hingegen haben praktisch keine Auswirkung auf die Höhe des HDL-Cholesterins.
Jafri H, Alsheikh-Ali AA, Karas RH. Baseline and on-treatment high-density lipoprotein cholesterol and the risk of cancer in randomized controlled trials of lipid-altering therapy. J Am Coll Cardio, 2010 Jun 22;55(25);2846-54.
[* Diese Wirkung gilt auch für Inositol-Hexaniacinat, das keinen Flush auslöst und deshalb für viele Patienten angenehmer ist. Verschiedene Hersteller bieten Niacin in dieser Verbindung an, z.B. Niasafe-600 von Thorne Research.]

Meta-Analyse prospektiver Studien belegt positive Wirkung von Kaliumeinnahme auf kardiovaskuläre Erkrankungen
Ziel der Analyse war die Bestimmung des Zusammenhangs zwischen der Höhe der Einnahme von Kalium und der Inzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen.
Prospektive Kohortenstudien haben sich bereits mit dem Zusammenhang von habitueller Kaliumaufnahme und Gefäßerkrankungen befasst, aber die Ergebnise waren nicht wirklich konsistent.
Es wurden mittels systemischer Suche prospektive Studien ermittelt (alle Sprachen, Zeitraum 1966 bis Dezember 2009). Aufnahmekriterien waren: Studien an Erwachsenen, Feststellung der Kaliumeinnahme bei Untersuchungsbeginn, vaskuläre Ereignisse als definiertes Untersuchungsziel und ein Follow-up-Zeitraum von mindestens vier Jahren. Für jede Studie wurden die relativen Risken und 95% CI ermittelt und mittels Random-Effects-Modell zusammengefasst.
Elf einschlägige Studien wurden gefunden, die 15 Kohorten mit insgesamt 247.510 weiblichen und männlichen Teilnehmern umfassten bei einem Beobachtungszeitraum von fünf bis 19 Jahren. Die gepoolte Analyse ergab für eine um 1,64 g (42 mmol) höhere tägliche Kaliumaufnahme ein um 21 % niedrigeres Schlaganfallrisiko.
D'Elia L, Barba G, Cappuccio FP, Strazzullo P. Potassium Intake, Stroke, and Cardiovascular Disease. A Meta-Analysis of Prospective Studies. J Am Coll Cardiol, 2011; 57:1210-1219, doi:10.1016/j.jacc.2010.09.070 (Kontakt: strazzul@unina.it).

Malondialdehyd und AMD
In einer über mehrere Jahre laufenden Studie des Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österr. Akademie der Wissenschaften und der Medizinischen Universität Wien wurde ein bisher unbekannter Mechanismus entschlüsselt, der zur Entstehung altersbedingter Makuladegeneration beiträgt.
Durch oxidativen Stress in der Netzhaut kommt es zur Anhäufung des potenziell schädlichen Abbauprodukts Malondialdehyd. Erstautor David Weismann, Ph.D.-Student am CeMM, konnte nun jenen Abwehrmechanismus identifizieren, der Malondialdehyd (MDA) im gesunden Organismus unschädlich macht bzw. dessen Abtransport vermittelt. Die Ergebnisse der Studie, die wesentlich dazu beitragen können, neue Therapien zu finden, wurden in der aktuellen Ausgabe von „Nature“, eines der absoluten Top-Fachmagazine weltweit, publiziert.
Als „Meilenstein in der Erforschung der AMD“ bezeichnete der Rektor der MedUni Wien, Wolfgang Schütz, das Ergebnis der Studie, an der auch Wissenschaftler der Universitäten von San Diego und der John Hopkins Universität, USA, sowie der Universität Jena mitarbeiteten.
Es konnte im Mausmodell nachgewiesen werden, dass ein Protein im Blutplasma (Komplementfaktor H) Malondialdehyd neutralisiert, wodurch Entzündungen verhindert werden. Variationen in dem Gen, das für Faktor H kodiert, führen zu einem sieben- bis neunfach erhöhten Risiko, an AMD zu erkranken.
Weismann D, Hartvigsen K, Lauer N, et al. Complement factor H binds malondialdehyde epitopes and protects from oxidative stress. Nature 2011 Oct 5;478(7367):76-81. doi: 10.1038/nature10449.
(Quelle:
http://www.medaustria.at, 5. Oktober 2011)

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