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21. Mär 2013
Krebs im Endstadium
Nützen oder schaden Antioxidantien? (1)
Krebs im Endstadium
Nützen oder schaden Antioxidantien? (1)

In der Website „Open Biology“ der Royal Society veröffentlichte der amerikanische Nobelpreisträger Dr. James Watson eine Untersuchung mit dem Titel „Oxidants, antioxidants and the current incurability of metastatic cancers” (2). Darin stellt er eine neue Hypothese zur Rolle von Oxidantien und Antioxidantien in Zusammenhang mit heute nach wie vor in der Regel unheilbaren Krebserkrankungen vor. Die These von Watson: Bei Krebs im Endstadium würden die reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) für die Apoptose benötigt. Sie zu unterdrücken [z.B. durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln, die reich an Antioxidantien sind, wie Heidelbeeren], könnte also das Fortschreiten des Krebses fördern.
Der Orthomolecular Medicine News Service OMNS veröffentlichte im Januar 2013 dazu einen Kommentar von Dr. Steve Hickey (britischer Pharmakologe, medizinischer Biophysiker, Vitamin-C-Forscher), den PreventNetwork nachstehend zusammenfasst.
Dr. Watson habe seine Entdeckung, dass Antioxidantien das Krebswachstum im Endstadium fördern könne, als die wichtigste seit der Entdeckung der Doppelhelix bezeichnet. Dr. Hickey erinnert daran, dass diese Entdeckung tatsächlich wesentlich, aber nicht allein Dr. Watson zu verdanken sei. Vielmehr ist gehöre sie seit längerem zum Basiswissen der Orthomolekularmedizin. Die Antioxidantienspiegel sind im Körper ein Signal, das die Zellteilung kontrolliert. In gesunden Zellen und gutartigen Tumoren führen die Oxidantien zu erhöhter Zellproliferation, die Antioxidantien hemmen sie. Bei bösartigen hingegen kann das Umfeld so stark oxidativ sein, dass es Schaden anrichtet und die Apoptose in Gang setzt. Daher können tatsächlich Antioxidantien mitunter kontraproduktiv sein.
Man wisse seit Jahrzehnten, dass das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Karzinomen spielt. Wenn Watson feststellt, dass ROS eine positive Aufgabe im Organismus haben, ist das nichts Neues. Aber da sie auch schädlich wirken können, produziert der Organismus eine Menge Antioxidantien, um den Körper gesund zu erhalten.
Sowohl die moderne orthomolekulare Medizin als auch die konventionellen Behandlungen bei Krebs erzeugen häufig auf indirektem Weg erhöhte Wasserstoffperoxidspiegel, die zur Schädigung der Tumore durch freie Radikale führen.
Hickey stimmt mit Watson in vielen Punkten überein, vermisst aber eine profunde Kenntnis des aktuellen orthomolekularmedizinischen Standards.
Krebs entsteht, wenn sich Zellen vermehren unter oxidativer Schädigung. Ihr Verhalten und Wachstum werden unkontrollierbar, weil eine enorme genetische Vielfalt entsteht. Während gutartige Tumore etwa wie eine kleine „Kolonie“ abnormer Zellen sind, ist ein bösartiger Tumor ein ganzes „Ökosystem“ abnormer Zellen. Ein wesentlicher Unterschied ist die Weise, wie sie Energie generieren: Krebszellen  benötigen dazu Glukose (Warburg-Effekt, 3, 4).
Im Endstadium kann tatsächlich durch bestimmte Antioxidantien das Wachstum der Krebszellen noch angeregt werden. Manche Antioxidantien wie Vitamin C können jedoch den Unterschied zwischen gesunden und kranken Zellen nützen – während sie jene schützen, töten sie diese ab. Sie wirken – je nach der Umgebung – antioxidativ oder oxidativ. In den Tumorzellen erhöhen sie den Wasserstoffperoxidspiegel und töten sie so (5).
Gerade diese duale Wirkungsweise ist wesentlich – denn sowohl Chemotherapien als auch Radiatio können nicht unterscheiden – sie schädigen auch gesunde Zellen. Offensichtlich ist Watson beeindruckt von der Möglichkeit, ein Medikament zu entwickeln, dass zwischen gesunden und Tumor-Zellen unterscheiden kann (2). Metformin, ein Diabetes-Medikament, liefert ihm dafür den Anhaltspunkt. Es senkt die Blutzuckerspiegel. Nur – in der Orthomolekularen Medizin ist es nichts Neues, dass durch Kohlenhydratreduktion und andere Methoden Krebszellen „ausgehungert“ werden können. (6)
Solche „unterscheidungsfähige“ Antioxidantien sind neben Vitamin C auch Vitamin D, Vitamin K, Alpha-Liponsäure, Selen und andere. Es sei hoch an der Zeit, sagt Hickey, dass ernsthaft nach dem synergistischen Potential dieser Substanzen im Kampf gegen Krebs geforscht wird. (7)
(1) Der Artikel ist unter folgendem Link abrufbar: http://rsob.royalsocietypublishing.org/content/3/1/120144.full.pdf+html
(2) Watson J. (2013) Oxidants, antioxidants and the current incurability of metastatic cancers, Open Biology, January 8, doi: 10.1098/rsob.120144.
(3) Gonzalez M.J. Miranda Massari J.R. Duconge J. Riordan N.H. Ichim T. Quintero-Del-Rio A.I. Ortiz N. (2012) The bio-energetic theory of carcinogenesis, Med Hypotheses, 79(4), 433-439.
(4) Warburg O. (1956) On the origin of cancer cells, Science, 123(3191), 309-314.
(5) N.H. Riordan, H.D. Riordana, X. Menga, Y. Lia, J.A. Jackson. (1995) Intravenous ascorbate as a tumor cytotoxic chemotherapeutic agent, Med Hypotheses, 44(3), 207-213,
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/030698779590137X
(6) Hickey S, Roberts H. (2005) Cancer: Nutrition and Survival, Lulu Press.
(7) Siehe dazu Hinweise auf therapeutisch einsetzbare Produkte von PreventNetwork
 

PreventNetwork-Hinweise auf therapeutisch einsetzbare Produkte
Internationale Hersteller bieten Antioxidantien verkapselt sowohl in Mono- als auch in Kombinationspräparaten, frei von Allergenen oder produktionstechnisch bedingten Zusatzstoffen. Einer dieser Hersteller, Thorne Research, bietet die im Artikel genannten oralen Antioxidantien, z.B. Vitamin D in Kapseln mit 1000 bzw. 5000 IE, Vitamin K als Liquid, ebenso eine Kombination von Vitamin D und Vitamin K als Liquid, die hoch bioverfügbare R-Alpha-Liponsäure, Selen als sehr gut verträgliches Selenomethionin und Vitamin C als reine Ascorbinsäure verkapselt oder gepuffert als leicht lösbares Pulver.
Vitamin C wird in der begleitenden Onkologie-Therapie allerdings häufig intravenös eingesetzt. Neben dem häufig eingesetzten Vitamin C-Injektopas sei hier auch auf das iv-Vitamin C von Bioniche (erhältlich über Centropa-Pharma) hingewiesen.

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