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Übersicht aller PN-Therapiekonzepte
Altersabhängige Augenerkrankungen
Katarakt und AMD
Die AREDS - Age-Related Eye Disease Study
Zusammenfassung wichtiger Fakten
Studiendesign
Randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblind-Studie

Katarakt: 4757 Patienten (55 bis 80 Jahre)
Ergebnis: Ein positiver Effekt im Sinne einer Risiko-Verminderung des Fortschreitens von Linsentrübungen bzw. für Katarakt-Operationen bei Einnahme der unten angegebenen Mikronährstoffe wurde in dieser Studie nicht festgestellt.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): 3640 Patienten (55-80 Jahre)

4 Patienten-Kategorien:
  1. keine oder wenige kleine Drusen
  2. mehrere kleine oder wenige mittelgroße Drusen in einem oder beiden
  3. viele mittelgroße oder ein bis mehrere große Drusen in einem oder beiden Augen
  4.  fortgeschrittene AMD in einem Auge oder Sehverlust wegen AMD in einem Auge (definiert als Choriodiale Neovaskularisation, Athrophie der Netzhautmitte, Ablösung des retinalen Pigmentephitels ohne Drusenbildung, seröse oder hämorrhagische Netzhautablösung, Blutungen unter der Netzhaut oder dem retinalen Pigmentepithel, subretinale Fibrose)    
4 Behandlungsvarianten:    
A - Antioxidantienkombination
B - Zink hochdosiert plus geringe Menge Kupfer (Zinkoxid + Kupferoxid)
C - Kombination von Zink/Kupfer und Antioxidantien
D - Plazebo  
 
Untersuchungszeitraum:    
durchschnittlich 6,3 Jahre; Verlust in diesem Zeitraum: 2,4 %.
Compliance: für 71% der Studienteilnehmer wird sie auf 75% oder mehr geschätzt.
14,7% der Teilnehmer beendeten die Medikation am Ende der Studie.

Ergebnisse AMD

Kategorie 1 und 2
Aufgrund der kleinen Anzahl von Patienten, die ein fortgeschrittenes Stadium der AMD entwickelten, keine Auswertung der Behandlungseffekte möglich. Zu dieser Gruppe mit niedrigem Erkrankungsrisiko gehören die meisten Patienten unter 70 Jahren.    

Kategorien 3 und 4    
mäßig ausgeprägte AMD in einem oder beiden Augen (3) oder fortgeschrittene AMD in einem Auge oder Sehverlust aufgrund von AMD in einem Auge (4)

    

tägliche SubstitutionRisiko für Entwicklung einer fortgeschr. AMD
 Gesamtergebnis
Kategorie 3 +4
Antioxidantien + Zink/Kupfer
Odds Ratio (OR) = 0,72,
99 % Konfidenzintervall (KI) 0,52-0,98
OR = 0,66,
99 % KI 0,47-0,91
Zink/Kupfer allein
OR = 0,75,
99 % KI 0,55-1,03
OR = 0,71,
99 % KI 0,52-0,99
Antioxidantien allein
OR = 0,80,
99 % KI 0,59-1,09
OR = 0,76,
99 % KI 0,55-1,05

Eine statistisch signifikante Progressionsminderung der Seheinschränkung bei Patienten mit fortgeschrittener AMD konnte nur bei Kombinationsgabe von Zink und Antioxidantien festgstellt werden.
   
Nebenwirkungen    
keine statistisch signifikanten ernsten Nebenwirkungen, jedoch etwas häufiger Klinikaufenthalte aufgrund urologischer Erkrankungen in der Gruppe, die Zink/Kupfer allein einnahm.

Kritische Anmerkungen zu den Studienergebnissen
AAO (American Academy of Ophtalmology), USA:    
  • Studiendauer zu kurz (= unter 10 Jahren), um Aussagen zu NW und Toxizität bei Langzeitsubstitution zu machen    
  • Individuelle Effekte im Zusammenhang mit der Substitution wurden nicht ermittelt, ebenso nicht Unterschiede im Zusammenhang mit den verschiedenen Ursachen der AMD    
  • Ungeklärt bleibt, dass bei einigen Patienten, die die Studienmedikation erhielten, der Degenerationsprozess zu fortgeschrittener AMD und schließlich Sehverlust weiterging.    
FFB (Foundation Fighting Blindness), USA:    
  • Lutein und Zeaxanthin sind zwei antioxidative Karotinoide, die hoch konzentriert in der Makula vorkommen. Sie geben der Makula ihre charakteristische gelbe Farbe. Man nimmt an, dass Lutein und Zeaxanthin die Makula vor oxidativem Stress durch Licht schützen. Da Lutein und Zeaxanthin zu Beginn der ARED-Studie als Nahrunsergänzungsmittel noch nicht zur Verfügung standen, konnten diese Nährstoffe nicht in die Studie mit aufgenommen werden. Weitere klinische Studien müssen diese Antioxidantien für eine Therapie der AMD bewerten.   
Prof. Dr. E. Elstner, TU München:    
  • Die gewählte chemische Verbindung Zinkoxid hat eine deutlich schlechtere Bioverfügbarkeit als organische Zinkverbindungen. Eine Verbesserung des „Cocktails“ wäre nach Prof. Elstner ferner durch Supplementierung von Lutein anstelle von Beta-Karotin zu erreichen.
Aus der Studie ableitbare Empfehlungen    
  • Personen über 55 Jahren sollten sich einer Augenuntersuchung mit erweiterten Pupillen unterziehen, um das AMD-Risiko einzuschätzen.    
  • Für Patienten der Kategorien 3 und 4 ist es überlegenswert, täglich hochdosierte Antioxidantien + Zink einzunehmen, etwa in Anlehnung an die in der Studie verwendeten Dosierungen.

    (Der AREDS Report No. 11 (Nov. 2003) weist auf die möglichen volksgesundheitlichen Vorteile einer Supplementierung in Anlehnung an die Studienempfehlung bei AMD-Hochrisikopatienten hin: Etwa 8 Mio. Menschen über 55 leiden in den USA an einer trockenen AMD auf einem oder beiden Augen bzw. einer schon fortgeschrittenen AMD auf einem Auge.

    Sie sind die Hochrisikogruppe für das Entstehen einer beidseitigen fortgeschrittenen AMD. Etwa 1,3 Milllionen von ihnen würden eine fortgeschrittene AMD entwickeln, wenn nichts zur Risikosenkung unternommen wird. Wenn alle diese Personen die in der AREDS empfohlenen Nährstoffe einnähmen, würde bei mindestens 300.000 von ihnen während der nächsten 5 Jahre das Entstehen bzw. die Progression der fortgeschrittenen AMD vermieden werden können.)

Die AREDS verwendete folgende Dosierungen    
  • Antioxidantien: 500 mg Vitamin C
  • 400 IU Vitamin E
  • 15 mg Beta-Karotin
  • Zink: 80 mg Zink als Zinkoxid
  • Kupfer: 2 mg Kupfer als Kupferoxid – Bei hochdotierter Zinksubstitution >150 mg/die bei Erwachsenen über längere Zeiträume ist zur Erhaltung eines physiologischen Zink:Kupfer-Verhältnisses die zusätzliche Substitution von Kupfer angezeigt, die auch durch einen geeigneten Mulivitamin-Mineralkomplex erfolgen kann.
Warnhinweise    
  • Im Hinblick auf die Ergebnisse der ATBC- und CARET-Studie empfehlen AAO und FFB, dass Raucher und Ex-Raucher synthetisches Beta-Karotin nicht einnehmen sollten.

    Hinweis von PreventNetwork:
    Achten Sie auf Produkte, die statt synthetischem Beta-Karotin gemischte natürliche Karotinoide enthalten.    

  • Hochdosierte Einnahme von anorganischen Zinkverbindungen kann mitunter zu Übelkeit oder, laut Angaben der AAO, fallweise auch zu urologischen Problemen führen.

    Hinweis von PreventNetwork:
    Achten Sie auf Produkte, die statt Zinkoxid eine organische Zinkverbindung enthalten.    

  • Warnhinweis der FFB: Die Studie betrifft ausdrücklich nur Patienten mit trockener AMD bzw. feuchter AMD auf einem Auge. Bei Patienten mit verbreiteten Formen der Retinitis pigmentosa z.B. kann die tägliche Einnahme von 400 IU Vitamin E den Krankheitsprozess beschleunigen.

    Hinweis von PreventNetwork:
    In solchen Fällen sind vor allem Vitamin A und Taurin geeignete therapeutische orthomolekulare Substanzen.    
   
Quellen
  • A randomized, placebo-controlled, clinical trial of high-dose supplementation with vitamins C and E, beta carotene, and zinc for age related macular degeneration and vision loss: AREDS report No. 8. Arch Ophthalmol 2001 Oct.
  • American Academy of Ophthalmology, Oktober 2001;
  • Barbara Becher: Erkrankungen der Retina – die Bedeutung von Zink im Zusammenhang mit dem antioxidativen Schutzsystem. JOM 2/03;
  • Prof. Dr. Erich Elstner, TU München: Die Sinnhaftigkeit des AREDS-Cocktails: Potentiale der Einzelsubstanzen (Referat bei der DOG-Jubiläumstagung 2002)
  • Potential public health impact of AREDS results: AREDS report no. 11. Arch Ophthalmol 2003 Nov.
  • Stellungnahme der Foundation Fighting Blindness, USA, zur AREDS, Internet    
   
Hinweis von PreventNetwork:
Internationale Hersteller bieten Mono- und Kombinationsprodukte, die sich entweder auf die Erfahrungen dieser Studie, oder aber auf die Praxiserfahrungen von Ärzten stützen.
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