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Klinische Bedeutung von orthomolekularen Substanzen
Folsäure
therapeutische Schlüsselwörter: akute lymphoblastische Leukämie, Schwangerschaft
Folsäure und Eisen in der Schwangerschaft -
Prävention von akuter lymphoblastischer Leukämie beim Kind

Autoren: JR Thompson; PF Gerald; ML Willoughby; BK Armstrong

Studienhintergrund: Akute lymphoblastische Leukämie (ALL) ist in den höher entwickelten Ländern die häufigste Krebsart bei Kindern, die Risikofaktoren und Möglichkeiten der Prävention sind jedoch wenig bekannt. Die Studie sollte vor allem dem Auffinden von Risikofaktoren dienen.

Studiendesign: Zwischen 1984 und 1994 wurden bekannte und vermutete Risikofaktoren für die ALL an 249 Kindern zwischen 0 und 14 Jahren untersucht (Cancer Foundation of Western Australia, WA, West Perth). 83 Kinder waren an ALL erkrankt, 166 gesunde Kinder bildeten die Kontrollgruppe. Mit den Müttern wurden Interviews geführt, die Väter beantworteten einen Fragebogen.

Ergebnisse: Es ergab sich ein protektiver Zusammenhang zwischen einer Eisen- oder Folsäuresupplementierung während der Schwangerschaft und dem Entstehen einer ALL beim Kind (odds ratio 0.37 [95 % CI 0.21-0.65]; p=0.001). Für Eisen allein betrug die odds ratio 0.75 (0.37-1.51); eine Mutter hat nur Folsäure ohne Eisen genommen.

Bezüglich der Folsäuresubstitution (mit oder ohne Eisen) zeigt sich, dass es kaum einen Unterschied machte, wann mit der Supplementierung begonnen wurde und wie lange sie erfolgte.

(Anmerkung: anders als z.B. beim Neuralrohrdefekt, wo die optimale Folsäure-Versorgung bereits VOR Eintritt der Schwangerschaft wesentlich ist)

Interpretation: Die unerwarteten Ergebnisse lassen nach Ansicht der Autoren den Schluss zu, dass die Substitution von Folsäure während der Schwangerschaft signifikant das Risiko einer ALL beim Kind reduziert.

The Lancet, 2001; 358 (9297); Kontaktadresse: rickthom@iinet.net.au
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