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Klinische Bedeutung von orthomolekularen Substanzen
Folsäure
therapeutische Schlüsselwörter: kognitive Funktionen
Folsäure-Supplementierung-
Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten im Alter

(Effect of 3-year folic acid supplementation con cognitive function in older adults in the FACIT trial: a randomised, double blind, controlled trial)

Autoren: Durga J, et al.

Die 818 ausgewerteten Fälle wiesen zu Beginn der Studie einen HCy-Spiegel von 13µmol/L oder mehr auf, alle hatten zu Beginn B12-Serumspiegel im Normbereich. Diese Auswahl betraf also Personen mit inadäquatem Folatstatus. Die Teilnehmer erhielten über drei Jahre hinweg entweder 800µg Folsäure täglich (nach Aussage der Autoren eine für eine klinische Studie niedrige Dosierung) oder Plazebo. In der Verumgruppe stiegen die Serumfolatkonzentrationen um 576%, die Plasma-HCy-Spiegel sanken um 26%.

Zu Studienbeginn wiesen die beiden Gruppen etwa gleiche Ergebnisse bei verschiedenen Tests für kognitive Funktionen wie Gedächtnisleistung, sensomotorische Geschwindigkeit, Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Word Fluency auf. Nach drei Jahren zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen:

  • eine signifikant bessere durchschnittliche Veränderung der globalen kognitiven Funktionen (0.050,95% CI 0.004 bis.096, P=0.033)
  • eine signifikante verhältnismäßige Verbesserung des Gedächtnisses (0.132, 95% CI 0.032 bis 0.233, P=0.010)
  • ein signifikanter Unterschied in der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung (0.087, 95% CI 0.016 bis 0.158, P=0.016)
  • eine signifikant bessere sensomotorische Geschwindigkeit (0.064, 95 CI 0.001 bis 0.129, P=0.055)
  • Kein wesentlicher Unterschied zeigte sich bei der Word Fluency, was nach Aussage der Autoren nicht überraschend war, da diese Fähigkeiten mit enzyklopädischem Gedächtnis und Intelligenz zusammenhängen, die auch im Alter mehr oder weniger intakt bleiben.
Die Ergebnisse sind nicht bereinigt hinsichtlich Folatstatus zu Beginn, MTHFR C677T-Genotyp, Dyslipidämie oder Patientenangaben zu Gefäßerkrankungen.

Die Autoren zogen aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass Folsäure-Supplementierung altersspezifische Aspekte der kognitiven Funktionen positiv beeinflussen kann. Weitere Studien durch andere Forscher, in anderen Populationen (mit leichten kognitiven Behinderungen und Demenzerkrankungen) seien wünschenswert.

(The Lancet, 2007; 369:208-216)
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