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Klinische Bedeutung von orthomolekularen Substanzen
Selen
therapeutische Schlüsselwörter: Autoimmun(Hashimoto)-Thyreoiditis
Selen und Hashimoto-Thyreoiditis
(Selenium supplementation in patients with autimmune thyroiditis decreases thyroid peroxidase antibodies concentrations)

Autoren: Gartner R; Gasnier BC; Dietrich JW; et al.

In Gegenden mit deutlichem Selenmangel tritt Thyreoiditis häufiger auf, und zwar als Folge einer verminderten Aktivität der selenabhängigen Glutathionperoxidase. Da selenabhängige Enzyme auch für das Immunsystem relevant sind, kann schon ein leichter Selenmangel zur Entwicklung und Manifestation von Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen führen.
Studiendesign: blinde plazebokontrollierte prospektive Studie.

Teilnehmer:
70 weibliche Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis, 47,5 ± 0,7 Jahre
– alle mit Thyreoidale-Peroxidase-Antikörpern (TPO-Ak) und/oder Tg-Antikörpern über
350 IE/ml
– zwei, nach Alter und Antikörperstatus (TPO-Ak) vergleichbare Gruppen
Dauer:
3 Monate
Dosierung:
n = 36: 200 µg Natriumselenit, n=34: Plazebo

In beiden Gruppen wurde zusätzlich L-T(4) substituiert, um die TSH-Werte im Normbereich zu halten.

Ergebnisse:
In der Selengruppe nahm die mittlere TPO-Ak-Konzentration deutlich ab auf 63,6% (P=0.013), in der Plazebogruppe nur auf 88% (P=0.95).

In einer Untergruppe von Patienten mit mehr als 1200 IE/ml TPO-Konzentration nahm die TPO-Ak-Konzentration sogar um 40% ab, gegenüber einem Anstieg (!) um 10% in der entsprechenden Plazebogruppe.

Die Tg-Antikörperkonzentration war zu Studienbeginn in der Plazebogruppe geringer und nahm weiter ab (P=0.018), blieb jedoch unverändert in der Selengruppe.

Bei 9 Patienten der Selengruppe wurde eine Normalisierung der Tg-Antikörperkonzentration erreicht gegenüber nur 2 Patienten der Plazebogruppe. Der Echobefund der Ultraschalluntersuchung zeigte bei diesen Patienten Normalwerte.

Schlussfolgerung: Die Supplementierung von Selen kann offensichtlich die Entzündungsaktivität bei Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis reduzieren, vor allem bei besonders hoher Aktivität. Ob es sich dabei um eine spezifische Wirkung bei Autoimmun-Thyreoiditis handelt oder ob daraus ähnliche Wirkungen bei anderen endokrinen Autoimmunerkrankungen abgeleitet werden können, ist noch nicht untersucht.

(Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2002 Apr;87(4):1687-91; Kontakt: rgartner@medinn.med.uni-muenchen.de)
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