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Nachrichten
26. Feb 2015
OM-Telegramm
Eisen; N-Acetylcystein; B-Vitamine
OM-Telegramm
Eisen; N-Acetylcystein; B-Vitamine
Eisen – bisher unbekannter Mechanismus der Infektionsabwehr entdeckt
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) haben einen bisher unbekannten Mechanismus der Infektionsabwehr entdeckt.* Auf der Basis dieser Erkenntnis könnte die Behandlung von Blutarmut verbessert werden.
Chronische Infektionen, wie sie häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftreten, führen indirekt auch zu einem Mangel an rotem Blutfarbstoff. Die Betroffenen leiden unter Anämie. Der nun von den Forschern in einem Mausmodell entdeckte Signalweg spielt dabei eine wichtige Rolle. Wird dieser Mechanismus in bestimmten Zellen des Immunsystems aktiviert, bunkern sie ab sofort alles Eisen, das sie aufnehmen. Bei Vorliegen einer Infektion wird das Eisen dann nicht wieder ins Blut abgegeben. Dies geschieht, indem die Zellen die Menge des Proteins Ferroportin reduzieren. Zwei Bakterien-Detektoren des Immunsystems, die Eiweiße TLR2 und TLR6, setzen eine Kettenreaktion in Gang, die zum Abbau von Ferroportin führt.
„Bisher stand bei der Suche nach neuen Therapien zur Behandlung der Anämie bei chronischen Erkrankungen hauptsächlich Hepcidin im Fokus, dabei ist der Hepcidin-Spiegel gar nicht bei allen Patienten erhöht“, so Professor Hentze. „Unsere Ergebnisse liefern erstmals einen alternativen Ansatz.”
Kontakt: martina.muckenthaler@med.uni-heidelberg.com
(Quelle:idw-informationsdienst wissenschaft 6 Februar 2015)
URL der Originalnachricht: http://idw-online.de/de/news623944
* Guida C, Altamura S, Klein FA, Galy B, Bourtros M, Ulmer AJ, Hentze MW, Muchenthaler MU. A novel inflammatory pathway mediating rapid hepcidin-independent hypoferremia. Blood. 2015 Feb 6. pii: blood-2014-08-595256. [Epub ahead of print]

   

N-Acetylcystein und seine mögliche Rolle bei polycystischem Ovarialsyndrom
Polycystisches Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine verbreitete inflammatorische Erkrankung mit oxidativem Charakter und unklarer Pathogenese. N-Acetylcystein (NAC) reduziert den oxidativen Stress, die intrazellulären freien Ca-Ionen und das Ausmaß der Apoptose in menschlichen Neutrophilen.
Isolierte Neutrophile einer Gruppe von Patienten mit PCOS wurden in drei Settings untersucht: 1. nach Inkubation mit TRPV1-Kanalblocker Capsazepin oder dem TRPM2-Kanalblocker 2-Aminoethyl-Diphenylborinat (2-APB), 2. nach Supplementierung mit NAC über 6 Wochen, 3. mit einer Kombination dieser Maßnahmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass NAC den oxidativen Stress, die Apoptose, die Zytokinspiegel und den Eintritt von Ca2+ -Ionen durch den TRPV1-Kanal reduziert, was die Vermutung unterstützt, dass oxidativer Stress und der TRPV1-Kanal eine Schlüsselrolle in der Ätiologie des PCOS spielen.
(Quelle: Studienabstract)
** Köse SA, Nazıroğlu M. N-acetyl cysteine reduces oxidative toxicity, apoptosis, and calcium entry through TRPV1 channels in the neutrophils of patients with polycystic ovary syndrome. Free Radic Res. 2015 Feb 9:1-9. [Epub ahead of print]


B-Vitamine können die negativen Auswirkungen von Pestiziden auf die Fertilität wettmachen
Eine Untersuchung an der John Hopkins University Bloomberg School of Public Health, konnte zeigen, dass Frauen, die ausreichende Level der verschiedenen B-Vitamine haben, weniger von den schädlichen Auswirkungen von DDT auf ihre Reproduktionsfähigkeit betroffen sind. DDT ist zwar seit langem verboten (z. B. in Deutschland und den USA seit 1972, in China seit 1984), allerdings kann es Jahrzehnte im Körper gespeichert bleiben, ebenso in der Umwelt.
Studienleiterin X. Wang (MD, ScD, MPH, the Zanvyl Krieger Professor and Director of the Center on the Early Life Origins of Disease at the Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health) bezog sich auf frühere Ergebnisse seiner Forschergruppe, die gezeigt hatten, dass hohe DDT-Belastung im Körper das Risiko von Fehlgeburten erhöht. Mit der jetzt publizierten Studie konnte gezeigt werden, dass Frauen mit hohen Spiegeln der B-Vitamine 6, 12 und Folsäure deutlich bessere Chancen haben, schwanger zu werden und bis zum normalen Geburtstermin zu bleiben als Frauen mit niedrigem Vitamin-B-Status.
Auch wenn DDT hierzulande nicht mehr verwendet werden darf: Dr. Wang weist darauf hin, dass es auch in entwickelten Ländern zunehmend Frauen gebe, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden. So sei in den USA zwischen 1982 und 2002 der  Prozentsatz von Frauen mit Empfängnisschwierigkeiten bzw. Aborten von 8 auf 11,8% gestiegen. Frauen, die aus Dritte-Welt-Ländern immigrieren, wo es noch kein DDT-Verbot gibt, haben oft DDT im Körper, es kann aber auch aus importierten exotischen Nahrungsmitteln aus solchen Ländern kommen und betrifft dann auch Amerikanerinnen oder Europäerinnen.
Dr. Wang weist darauf hin, dass es entscheidend sei, Frauen bereits vor der Empfängnis gut mit Mikronährstoffen zu versorgen.
(Quelle: Science Daily Newsletter, 15. Januar 2015)
** Ouyang F, Longnecker MP, Venners SA, et al. Preconception serum 1,1,1-trichloro-2,2,bis(p-chlorophenyl)ethane and B-vitamin status: independent and joint effects on women's reproductive outcomes. Am J of Clin Nutr, 2014; 100 (6): 1470 DOI: 10.3945/ajcn.114.088377


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